Kochen

Grundprinzip – wie funktioniert er?

kocher

Ein Solarkocher besteht im Wesentlichen aus einer gut isolierten Kiste mit einem Fenster (Glas oder Plastik), durch das die Sonnenstrahlung einfallen kann. Diese wird darin vom schwarzen Boden und den schwarzen Wänden (Offsetfolie) bzw. den dunkeln Kochtöpfen absorbiert d.h. in Wärme umgewandelt. Es können damit Temperaturen bis max. 170°C erreicht werden.

Vorteile des Solarkochers

  • Die Herstellung ist sehr einfach und billig und das Gerät braucht praktisch keinen Unterhalt. Die Lebensdauer beträgt an die 20 Jahre.
  • Das Kochen mit dem Solarkocher ist gratis. Somit können die Ausgaben für Brennmaterial eingespart und die Anschaffungskosten in kurzer Zeit amortisiert werden.
  • Der Solarkocher eignet sich zum Kochen, Backen, Niedergaren, Einmachen von Früchten und Gemüsen, Dörren, Sterilisieren von Wasser oder medizinischen Geräten.
  • Die Gerichte und Backwaren gelingen sehr gut. Das Kochgut kann weder anbrennen noch überkochen und muss somit nicht ständig überwacht werden. Es wird dadurch auch Zeit eingespart.
  • Die Abholzung der bedrohten Wälder wird verlangsamt und die CO2-Emission verringert, weil weniger Holz verbrannt wird.
  • In vielen südlichen, wirtschaftlich armen Ländern mit hoher Sonneneinstrahlung sind Solarkocher eine echte überlebenshilfe, sowohl für die Menschen als auch für die Wälder mit ihrer Tierwelt.

Nachteile des Solarkochers

  • Der Solarkocher eignet sich vor allem für Länder mit einer hohen Sonneneinstrahlung und einer langen Sonnenscheindauer (v.a. Subtropen und Hochländer)
  • Die Kochzeit ist etwa doppelt so lang als beim konventionellen Kochen, was jedoch durch die Arbeitseinsparung wettgemacht wird.
  • Die Umstellung der Kochgewohnheiten vom offenen Feuer zum geschlossenen Sonnenkocher ist die grösste Schwierigkeit bei der Einführung von Solarkochern in Entwicklungsländern. Trotzdem hat sich diese neue, umweltschonende Kochtechnik schon in verschiedenen Einsatzgebieten mit Erfolg durchgesetzt..

Diverse Typen

Neben dem Grundtypus „Kochkiste“ oder „Solar-Ofen“ gibt es noch viele weitere Modelle, z.B. mit Parabol-Reflektor, Kombinationen aus beiden Typen, Trichterreflektor, Trommelkocher (aus einem halben Ölfass). Grundprinzip spezielle Modelle zum Dörren, siehe Bauanleitung.
Siehe auch andere Typen unter: www.globosol.ch, www.solare-bruecke.org, www.eg-solar.de, www.solarcooking.org

Geschichte der Solarkocher

Die Väter der Kochkiste

Als Urvater des Solarkochers in Kistenform gilt Nicholas de Saussure (1767-1845), Begründer der Pflanzenphysiologie. Im Jahre 1945 baute M.K. Gash einen Solarkocher mit einem einfachen Reflektor, der als Gash-Cooker weit herum bekannt und später noch verbessert wurde. Die intensivere Verbreitung der Solarkocher begann jedoch erst ab den 70er Jahren.

Eduard Probst, ein pensionierter Schreiner aus Hölstein, Baselland, begann im Jahre 1983 mit der Konstruktion von Solarkochern. Die Idee reifte nach einem Aufenthalt in Tunesien, wo er beobachtete, wie die Beduinen in einer offenen Erdmulde auf von der Sonne erhitzten Steinen Brot backten. Aus Holz, Fensterglas, gebrauchten Offsetfolien und Isolationsmaterial wurden die ersten „Kochkisten“ gebaut.

Dank besserer Isolation und Optimierung des Materials entstanden mit der Zeit Sonnenkocher, in denen Temperaturen bis 160°C erreicht werden. Auch dem Klima, den Kochgewohnheiten und den vorhandenen Materialien in den verschiedenen Einsatzgebieten wurde Rechnung getragen. So sind in den 80er Jahren verschiedene Modelle entwickelt worden, die sich bestens bewährt haben. Wie das Entstehen eines neuen, vielversprechenden Tropenmodells zeigt, steht diese Entwicklung auch nach zwei Jahrzehnten, im Jubiläumsjahr 2003, noch nicht still.

Von 1984 bis 1998 reiste Eduard Probst nach Südafrika, Kenya, Togo, Usbekistan und Peru, um den Bau und die Funktionsweise der Sonnenkocher vorzuführen